Zugspitz Ultratrail 21. bis 23. Juni in Grainau bei Garmisch – Partenkirchen

Beim Lauf in den Alpen waren Jan Grüneberg und Frank Nispel vom Ultra Sport Club dabei. Jan hat über das Erlebnis dankenswerterweise einen ausführlichen Bericht verfasst:
100 Kilometer und 5.420 Höhenmeter müssen die Teilnehmer der Ultra-Distanz in maximal 25 Stunden zurücklegen, 68,8 Kilometer und 3120 Höhenmeter sind es beim Supertrail, dem kleineren Bruder für den 17 Stunden Zeit sind. 35,6 Kilometer und 1.892 Höhenmeter warten auf die Teilnehmer des Basetrails, der kürzesten der drei angebotenen Distanzen, auch Bambini-Distanz genannt. Beim Bambinilauf standen vom Ultra Sport Club Marburg Frank Nispel und ich am Start.

Die Anreise nach Grainau erfolgte für uns bereits am Freitag, als das Wetter noch den Blick auf die grandiose Bergwelt zugelassen hat, am Wettkampftag sah es leider anders aus. Beim Briefing am Vorabend, was für jeden Teilnehmer „Pflicht“ ist, wurde schon von einigen Schauern, sogar bis zu einer leichten Gewitterwahrscheinlichkeit, gesprochen. Die Anfahrt von Grainau, unserem Wohnort, bis nach Mittenwald, war auch entsprechend von einigen Regenspritzern geprägt – jedoch kurz vor Ankunft am Bahnhof, dem Startareal, klarte es auf und zum Start um 11 Uhr kam sogar die Sonne heraus und es wurde angenehm warm…..teils sogar für mein Empfinden mal wieder zu warm, aber naja, auf über 2.000 Metern Seehöhe wird´s bestimmt anders werden, ….. und es war auch so - aber der Reihe nach.
 


Gut 1 ½ Stunden vor dem Start füllte sich der Parkplatz direkt am Startgelände und man versuchte locker zu bleiben, vor allem Frank, der noch 30 Minuten vor dem Start ruhig im Auto gesessen hat Nachdem wir beide dann umgezogen waren und den Rest der Pflichtausrüstung nochmals gegengecheckt hatten, ging´s zum Check-In, wo die komplette Ausrüstung geprüft wurde. Für uns hieß das Regenjacke, lange Oberbekleidung, lange Beinbekleidung, Mütze, Handschuhe, 1. Hilfe-Set, Trailbook mit Detailkarten der Wettkampfstrecke, 1 Liter Flüssigkeit, das ganze verstaut im Trailrucksack. Dank Frank, der ja noch die Ruhe weghatte, wurde auch ich relativ ruhig und genoss die letzten Augenblicke, bevor sich 500 Läufer um 11 Uhr quer durch die tolle Fußgängerzone von Mittenwald bewegten, um schon kurz vor Ortsausgang an einer Treppe wieder zum Stillstand zu kommen,…..aber egal, der Tag sollte ja noch ein wenig länger werden, da galt es Ruhe zu bewahren. Kurz danach ging es ansteigend die ersten Serpentinen hinauf, um direkt auf einem breiten, gut ausgebauten Weg, vorbei an Lautersee und Ferchensee zur Verpflegungstation 1 zu kommen. Eine kurze Stärkung und weiter ging´s auf die breite Waldautobahn, immer weiter ansteigend bis ca. Km 12, bevor der steile, nasse und verblockte Abstieg in Richtung V2 Turn-Off Reintal anstand. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Teilnehmer 15 KM in den Beinen und standen am niedrigsten Punkt der Strecke, auf 810 Metern Seehöhe. Nach einer etwas ausgiebigeren Stärkung ging es dann weiter Richtung V3, der Talstation Längenfelder auf 1.610 Metern Seehöhe, welche bei ca. Km 23 erreicht werden sollte. Die Sicht war bis V2 noch recht gut, wobei die Berggipfel in Nebel eingeschlossen waren, ein paar leichte Regenschauer gesellten sich auch dazu. Aus den breit ausgebauten Wegen wurden mit zunehmender Höhe immer schmälere, teils mit Steinen und Wurzeln verblockte Pfade. Zum Schluss ging es in Serpentinen aufwärts. Leider hatte sich das Wetter auch geändert, es war ziemlich saunaähnlich, heiß, nass, die Wege glitschig, aber noch gut zu begehen/belaufen. Hier hatte ich Probleme und musste herausnehmen, sogar der Gedanke an Aufgeben war da. Oben angekommen standen dann Franks und mein Supportteam, in Form von Veronika sowie Julia und Leona, bereit, um uns aufzumuntern. Ich hatte mich nach 2 Minuten auch wieder gefangen und weiter ging´s noch die 500 Meter Richtung V3, der Talstation Längenfelder. Die Auswahl an der Verpflegungsstation ist echt gut, von Wasser, über Iso, heißem Tee, bis (auf Nachfrage….) Cola, Suppe, gab es alles was der Herz begehrt, essenstechnisch ist alles ebenfalls immer sehr gut aufgestellt, von Wurst, über Käse, Riegel, Obst in verschiedenen Varianten, gibt es echt mehr als genug. Nun galt es noch den finalen Anstieg zum Osterfelderkopf, dem höchsten Punkt der Strecke, auf 2.029 Metern Seehöhe , zu bewältigen. Der Weg war wieder breit und gut zu laufen, natürlich auch bestens ausgeschildert in Form von Fähnchen, orangen Punkten und Pfeilen, sowie im Wald an Bäumen zusätzlich mit Trassierband; hier leistet die Veranstalter Plan B mit Ihren Vorläufern sehr gute Arbeit. Bergblick war leider immer noch nicht vorhanden, ganz im Gegenteil, man hatte teils keine 50 Meter Sicht. Kalt war es auch, knapp über 5 Grad, also hieß es Jacke anziehen. Oben angekommen, änderte sich auch schlagartig wieder das Terrain, wobei sich dies auch nicht mehr groß ändern sollte. Schmale Wege, rutschig, verblockt, eben halt ein typischer Trail, man war ja auch beim Zugspitz Ultratrail . Physisch war Jan noch gut dabei, ließ es aber im Abstieg ruhig angehen, um nicht nochmal zu stürzen (wie kurz vor V2 im Kälbersteig). Bei Frank hatten sich in der Zwischenzeit auch so ein paar Probleme eingeschlichen, nachdem es Ihm sonst sehr gut ging und er keinerlei Durchhänger hatte. Nachdem wir die V4 an der Talstation Längenfelder wieder verlassen hatten, ging es dann final in den Abstieg über den Jägersteig in Richtung Hammersbach, wo das letzte Stück dann flach ca. 1-2 KM in Richtung Ziel nach Grainau führte. Hier angekommen waren wir beide mehr als glücklich, den Lauf gefinisht zu haben, Frank in 7:08 und ich in 7:28 Stunden; sicherlich keine Bestzeiten, aber wir waren beide wegen des Erlebnisses vor Ort.

Für 2014 steht der Zeitpunkt ebenfalls schon fest, es wird der 20.06.-22.06.2014 werden. Jan wird wieder am Start stehen, dann beim Supertrail, über 68,8 KM und 3.120 Höhenmeter im Aufstieg (man muss sich ja steigern ). Mitläufer sind gerne herzlich willkommen.